Still: Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt


Autor: Susan Cain
Ausgabe 2011

Ein sehr schönes Buch. Als ebenfalls introvertierte Person hätte ich das alles schon viel früher wissen sollen, das hätte mir Manches im Leben erleichtert. Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass es nicht nur mir so geht in einer extrovertierten Welt und es fällt mir leichter mich zu akzeptieren und nicht immer zu denken, warum bin ich nicht wie die anderen, warum bin ich lieber zu Hause, als auf irgendwelchen Parties, warum bevorzuge ich Zweiergespräche statt laute und lebhafte Gruppengespräche, warum komme ich immer wie die “alte Fasenacht” am Schluss von Diskussionen mit meinen Ideen statt sie beherzt und euphorisch am Anfang einzuwerfen. Warum drücke ich mich vor Telefongesprächen und sozialen Kontakten. Warum fühle ich mich oft nicht verstanden und akzeptiert. Und warum bin ich dennoch gerne mit extrovierten Menschen zusammen.

Susan Cain sagt im Prinzip, dass man seine ruhige und introvertierte Seite akzeptieren muss, aber um in der extrovertierten Welt erfolgreich zu sein, muss man auch Zugeständnisse an die extrovertierte Welt machen und auch schonmal in Rollen schlüpfen, die nicht die eigene Komfortzone sind. Aber das sollte man dann auch sehr bewusst machen, um sich seiner Identität im Klaren zu sein und sich auch wieder Rückzugszonen zu gönnen um sich nicht auf Dauer zu überfordern.

Die Welt braucht beide Typen, extrovertierte und introvertierte. Nur die Extrovierten vergessen das manchmal vor lauter überschäumender Energie und wir Introvertierte müssen dann aus uns herausgehen und sie daran erinnern.

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