Karl Ove Knausgård: Sterben


Roman (Das autobiographische Projekt, Band 1)

Um es vorweg zu sagen: ich habe es geschafft bis zum Ende zu kommen, allerdings nur nach dem 2. Anlauf und dem Switch in der Mitte vom ebook zum Hörbuch. Das heißt aus meiner Sicht, das Buch hat es in sich und ist gut geschrieben. Der Titel deutet schon daraufhin, dass dies kein leichter Stoff ist. Das Sterben kommt jedoch erst in der 2. Hälfte des Romans, sodass man sich bis dahin schon fragt, warum dieser Titel? Wie man in den Medien lesen kann, kommt das daher, dass der meiner Meinung nach passendere Titel der Originalausgabe “Min Kamp”  in Deutschland leider schon anderweitig besetzt war.

Das Sterben bezieht sich auf den elenden Tod des Vaters und das Auseinandersetzen damit mit dem Hintergrund, dass die Beziehung zum Vater eher mit Hassliebe und Unverständnis zu beschreiben war. Erst mit der Reflektion durch den Tod kommt ein gewisses Verständnis für den Lauf des Lebens auf. Das Elend, in dem das Sterben erfolgte, bleibt jedoch auch damit unverständlich. Einziger Lichtblick ist, dass das neue Leben nach dem Sterben hoffentlich ein besseres sein wird und dass aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt wird.

Faszinierend an dem Roman ist, wie der Autor das alltägliche Leben aus der Sicht eines Heranwachsenden und jungen Erwachsenen beschreibt, die Kämpfe, die sich innerlich abspielen, zwischen dem, was man sich erträumt und dem was durch die gesetzten Randbedingungen (Elternhaus, Gesellschaft, Zeit, eigene Persönlichkeit, Familie, Freunde, …) möglich ist. Das hat man selber auch schon alles so mehr oder weniger erlebt. Man wird mit seinen eigenen Kämpfen konfrontiert und gleichzeitig getröstet, da man sich nun nicht mehr alleine damit weiß. Das macht das Lesen dann irgendwie erträglich.

Ob ich die weiteren Bände des autobiographischen Projekts lesen/hören werde, weiß ich noch nicht.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.