Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse


Endlich mal wieder ein Roman, der von vorne bis hinten fesselt und den man nur gezwungenermaßen aus den Händen legt. Die Beschreibung lässt ein anspruchsvolles Drama vermuten, das schwer auf der Seele lastet. Das ist auch so, allerdings wird man schon von der ersten Seite an dann so in die Geschichte hineingezogen, dass man einfach wissen will wie es weitergeht. Die Charaktere und auch die Umgebung sind so präzise aber ohne Schnörkel gezeichnet, dass sich leicht Bilder vor Augen zeichnen lassen. Wie die Protagonistin verbindet auch die Autorin gekonnt wissenschaftliche Klarheit mit Poesie. Die Landschaft der Outer Banks in North Carolina wird so liebevoll und detailreich beschreiben, dass man gerne in diesem Paradies auch in der größten Armut leben wollte.

Die Autorin schafft es durch die unterschiedlichen Erzählstränge eine Spannung aufzubauen, die sich wirklich erst auf der letzten Seite auflöst. Der Fall wird immer klarer, aber letztlich wird immer nur so viel erzählt, dass es eigentlich auch anders hätte gewesen sein können.

Hinzu kommt, dass die Sprecherin des Hörbuchs einfach klasse ist.

Ich bin ja bei solchen Bestsellern immer etwas vorsichtig, aber dieses Buch ist eine klare Lese-/Hörempfehlung.

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